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Agnès Rouzier

Nein, nichts

Aus dem Französischen von Erwin Stegentritt

ca. 120 Seiten, in Vorbereitung 2018

 

ISBN 978-3-942701-36-5

als eBook: 978-3-942701-38-9

 

 

"Als würde jeder Schritt, jedes Wort dich auflösen - und du sinkst in dich zusammen - oder als würde alles zugleich dich erschöpfen, mit welchem Gelächter, welcher Empfindsamkeit, welchem Innehalten, - so kommst du voran an dem welligen Rand einer Grenze, von der du allein die Buchten, die Passagen kennst; du fühlst dich beglückt beim Herunterschlucken dieses grauen, unvergleichlichen Staubes, während die Leichtigkeit dir Richtung gibt, dich bei den Schultern packt, du, nicht mehr allein, sondern immer einsamer, während sich um dich herum der feste und unförmige Schutt ansammelt, der mit einem Finger durchwühlt und zerstreut wird; vorbei an den Schaufenstern gehst du, in denen du dich spiegelst, bekleidete Puppen, entkleidet, mit Glatze oder Perücke, in einer Straße, in der kein Platz war für Architektur, weder für Mauern, noch Häuser, und die von nichts und niemandem, außer dir selbst (du etwa?) durchquert wird, (aber du sprichst und atmest), am Rande einer Seite, die weder Seite, noch Papier, weder Weiß, noch Spiegelung, weder Wahnsinn, noch Weisheit, weder Sinn, noch Buch ist, deine Hand nicht, dein Kopf nicht, aber zersplitterter Anfang einer Erfahrung, einer Art Gegenwart, die sich unablässig verdoppelt, ohne sich jemals mit einer Zukunft, einer Fortsetzung ausstatten zu können, Aufhebung, Abwesenheit von Gnade - und schon fällst du.

 

Gebt mir doch einen Körper. Oder, als Antwort ausgewählt unter so vielen anderen: das Schweigen ist ein Wort, das kein Wort ist.

 

Hier werden wir vor dem Meer ausbreiten, was uns von den Menschen geblieben ist. Und am Strand werden wir es betrachten, erniedrigt, souverän, höchst kleinlich, außerhalb unseres Blicks, der es mit einem Mythos schmückt. Prachtvoll genannter Körper, den ich, auf Knien, mit meiner Sprache bewundert benenne. Hier werden wir ausbreiten, was uns von den Menschen geblieben ist, in Linie-Geschlecht, rot, schamlos genannt, sie alle aufgerichtet, mit nacktem Oberkörper, Schießerei, die sie sogleich tötet und die sich ewig fortsetzt, während sich eine Spannfeder zu ihren Füßen löst. Sie wieder in Stellung bringt. Nackt. Du. Oder wir.

 

    Hier, das was du siehst. Was ist. Was spricht."

 

 

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